Beachtliche Erfolge

Der Besucherandrang zum ersten Konzert war wohl schon so erfreulich, dass bereits ab 1926 sowohl eine Nachmittags- als auch eine Abendaufführung auf dem Programm standen. Der Erfolg wirkte sich auch auf den Eintrittspreis aus. Betrug dieser im Vorjahr noch Fr. 1.- im Vorverkauf und Fr. 1.20 an der Abendkasse wurde er 1926 um 20 respektive 30 Rappen erhöht, was gegenüber dem Vorjahr eine für diese Zeit doch beachtliche Steigerung von 20% beziehungsweise 25% bedeutete.

Die Anlässe der ersten Jahre gelangten im Restaurant «Brauerei» Baar und im Hotel «Bahnhof» zur Aufführung. Von 1934 bis 1950 trat das Mandolinenorchester jeweils im Hotel «Lindenhof» auf. Nachher ist in den Programmen jeweils der alte Schulhaussaal, wohl im «alten» Schulhaus Marktgasse, als Auftrittsort angegeben. Ab 1958 fanden die Konzert- und Unterhaltungsabende des Mandolinenorchesters Baar mit wenigen Ausnahmen im Gemeindesaal an der Marktgasse in Baar statt.

Schon früh werden in den Programmen zur gemütlichen Unterhaltung das Orchester «Splendid» und Kapellen wie etwa «Zugerbuebe», «Alpina», «Argentina» oder «Melodia» angekündigt. Offenbar spielten diese nach dem Konzert- und Theaterteil zum Tanz auf. Wie aus den überlieferten Programmen ersichtlich, wirkten später an den Anlässen auch Gastgruppen mit; von 1937 bis 1944 der Handharmonikaklub Baar unter der Leitung von Dieter Schmitz, das Akkordeon-Duett Caprani-Schmitz, die Chromatische Gruppe Zug und der Jugendspielring Baar.

Wie aus den Programmen nach 1946 ersichtlich ist, traten in den folgenden Jahren nach und nach verschiedene weitere oder andere Namen und Gruppen in Erscheinung; Mundharmonika-Sextett «Famosa», Hansi Speri, Gitarren-Quartett, Geschwister Fischer, «Hawai», Gebrüder Speri, Beppi und Gino, «Texas Boys» und «Mandolinos», um hier nur einige zu nennen.

Dass das Mandolinenorchester Baar 2024 auf eine 100-jährige Vereinsgeschichte zurückblicken kann, ist ein wesentlicher Verdienst von Josef (Beppi) Speri junior, der l965 die Nachfolge seines verstorbenen Vaters am Dirigentenpult angetreten hat. Bis Mitte der achtziger Jahre gehörten dank ihm und seinen beiden Brüdern Emilio und Hans nebst den Orchesterauftritten auch legendäre Theaterschwänke sowie Showblocks mit Sketches, Schlagern und gefälligen Instrumentaldarbietungen zu den Höhepunkten der jährlichen Konzert- und Unterhaltungsabende.


Ausnahmen ...

Wegen der Renovation des Gemeindesaales fand 1987 das Jahreskonzert in der Sehbehindertenschule Baar statt.

Zunehmender Besucherschwund war Anlass, den Konzertabend von 2006 bis 2013 in der Aula des Schulhauses Sternmatt durchzuführen. Das Konzert zum 90-jährigen Jubiläum im Jahr 2014 sowie die folgenden gelangten wieder im Gemeindesaal Baar zur Aufführung.


Die «Mandolinos» ...

… entstanden 1958 aus dem Mandolinenorchester Baar. Anlässlich der grossen Unterhaltungsabenden spielten Paul Fischer, Hans Dossenbach, Beppi Speri und Xaver Dossenbach im bunten Teil leichte Unterhaltungs- und Volksmusik. Gelegentliche Auftritte an diversen Anlässen, in Radio- und Fernsehsendungen sowie die Teilnahme an Ländlermusiktreffen des Verbandes Schweizerischer Volksmusik gehörten in dieser Zeit auch dazu. 1984 gaben sie unter dem Titel «Leicht und heiter mit den Mandolinos Baar» eine eigene Schallplatte heraus. Die «Mandolinos» existierten in der genannten Besetzung über 40 Jahre lang.


Beppi ...

... übernahm 1965 die Nachfolge seines verstorbenen Vaters am Dirigentenpult. Beppi dirigierte nicht nur dreissig Jahre lang das Orchester. Er besetzte im Theater erfolgreich auf ihn zugeschnittene Hauptrollen und trat im dritten Programmteil als Gitarrist, Sänger und Darsteller in Sketches auf.

Emilio ...

... führte in den Theateraufführungen, in welchen er meistens auch Hauptrollen übernahm, Regie. Als Conférancier führte Emilio jeweils auch durch den dritten Programmteil. Unvergesslich sind auch seine Auftritte bei den Sketches und den gespielten Witzen.

Hansi ...

... der stille Schaffer im Hintergrund trat als Sänger, solo oder mit Beppi im Duett, auf. Er war auch der geniale Texter, wie die Slogans in den Konzertprogrammen beweisen. Leider sind seine Liedtexte, Gedichte und Ansprachen als Samichlaus nicht mehr erhalten.